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Staatsanleihen: China stuft USA herunter


17.01.2018 08:39 Uhr

Die chinesische Ratingagentur Dagong Global Credit Rating Co. hat Staatsanleihen der USA von A- auf BBB+ herabgestuft. Die Steuerkürzungen, die Washington im vergangenen Monat beschlossen hatte, verringerten die Fähigkeit der USA, Schulden zurückzuzahlen.

Auf der Skala der Kreditwürdigkeit liegen die USA in den Augen der Chinesen nun gleichauf mit Peru, Kolumbien und Turkmenistan – und haben obendrein noch einen negativen Ausblick verpasst bekommen.In einer Stellungnahme vom Dienstag moniert Dagong, die Vereinigten Staaten würden zunehmend von Schulden abhängig, um Wachstum anzukurbeln – und höhlten dadurch ihre Rückzahlungsfähigkeit weiter aus. Insbesondere das Steuerpaket von Präsident Trump, das in den nächsten zehn Jahren weitere 1,4 Billionen US$ auf den bestehenden Schuldenberg in Höhe von 20 Billionen US$ aufhäufen wird, ist Peking ein Dorn im Auge. 

Die Herabstufung durch die chinesische Behörde wird gemeinhin als Reaktion auf die Ankündigung der USA gewertet, neue Schritte einzuleiten, um das Handelsdefizit bei Stahl und Aluminium abzubauen und heimische Industrien und Jobs zu protegieren. 

Sowohl Fitch als auch Moody’s bewerten US-Bonds mit der bestnote AAA, während Standard & Poors immerhin ein AA+ vergibt. Dass die Befürchtungen der chinesischen Ratingagentur nicht ganz aus der Luft gegriffen sind, zeigen Kommentare der Rating-Agenturen vom Dezember, in denen sie anmerken, die Steuererleichterungen würden das US-Defizit erhöhen und die Bewertung der Anleihen negativ beeinflussen, wenn Washington nicht seine langfristigen Haushaltsaufgaben angehe. 

Im Dezember fehlten insgesamt 27 Milliarden US$ in der Staatskasse der USA, für das gesamte Jahr 2017 summiert sich das Defizit auf 225 Milliarden US$. Im Vorjahr betrug das Minus bereits 210 Milliarden US$. 

Zusammen mit Japan ist China noch immer größter Gläubiger der USA. Schatzanweisungen im Wert von jeweils rund einer Billionen US$ liegen in den Tresoren Pekings und Tokyos. China hatte im zweiten Quartal 2016 begonnen, seinen Bestand an US-Bonds zu reduzieren. Das man sich nun jedoch komplett aus den T-Bonds zurückzieht, halten Experten jedoch für unwahrscheinlich. 


(TG)

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