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Rentenfonds: Anleger setzen auf High-Yield Kurzläufer


15.09.2017 09:27 Uhr

Die Zinswende droht. Anleihe-Investoren setzen deshalb verstärkt auf kürzere Laufzeiten. Dabei nehmen sie auch höhere Kreditrisiken in Kauf. Zahlreiche Short-Duration-Fonds fokussieren sich zunehmend auf High-Yield Kurzläufer.

Wenn Anleger befürchten, dass die Zinsen nachhaltig nach oben drehen, schichten sie verstärkt in Kurzläufer um. Damit senken sie ihr Risiko von Kursverlusten im Portfolio. Gleichzeitig bleiben sie flexibel genug, um rechtzeitig umzuschichten, denn je kürzer die Restlaufzeit einer Anleihe, desto weniger Einfluss haben Zinsentwicklungen auf deren Kurs. Mit Kurzläufern lassen sich also Durations-Risiken im Portfolio reduzieren. 

Und so verwundert es nicht, dass in den bereits in den vergangenen Jahren sogenannte Short-Duration-Fonds vom Niedrigzinsniveau und der drohenden Zinswende profitiert und üppige Mittelzuflüsse generiert haben. Diese Fonds investieren in Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten – in der Regel ein bis drei Jahre.

Ein weiterer Grund für die Mittelzuflüsse: Geldmarktinvestoren weichen auf Short-Duration-Fonds aus, um negativer Verzinsung zu entgehen. „Allerdings wird dies auch bei Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten zunehmend zur Herausforderung. Denn auch kurzlaufende Staatsanleihen von Emittenten hoher Bonität rentieren im negativen Bereich“, sagt Alexander Geschwindner, Senior Analyst bei der Ratingagentur Scope, die die aktuellen Entwicklungen im Bereich von Kurzläufer-Fonds untersucht hat.

Hochzins-Anleihen mit kurzen Laufzeiten boomen

Zahlreiche Short-Duration-Fonds haben laut Scope in den vergangenen Jahren sowohl den Anteil von Anleihen der Euro-Peripherie-Staaten als auch den Anteil von Unternehmensbonds deutlich ausgeweitet.

Zwar bieten Investment-Grade Unternehmensanleihen im Gegensatz zu Staatsanleihen noch eine positive Verzinsung, die Renditen befinden sich dennoch nur knapp über der Nulllinie. Zahlreiche Short-Duration-Fonds investieren daher verstärkt im unteren Investment-Grade- oder sogar High-Yield-Bereich. Einige Fonds fokussieren sich sogar überwiegend auf High-Yield-Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten.

Chancen und Risiken von High-Yield Kurzläufern

Die Kombination aus kurzen Restlaufzeiten und geringer Bonität bietet Investoren durchaus Chancen: Die Renditen liegen signifikant über denen von Investment-Grade-Anleihen. Das Ausfallrisiko wird zugleich durch die kurzen Restlaufzeiten begrenzt. Außerdem gibt es keine Liquiditätsrisiken am Sekundärmarkt, da die Bonds bis zur Fälligkeit gehalten werden.

Das Risiko dieser Anlageklasse besteht darin, dass die gegenwärtig historisch niedrigen Ausfallraten durch eine Verschlechterung des wirtschaftlichen Rahmens künftig ansteigen könnten. Als Anleger sollte man sich also nicht darauf verlassen, dass alle High Yields im Portfolio zu ihrem Nominalwert zurückgezahlt werden.

(MvA)

Der komplette Report mit relevanten Short-Duration-Fonds als PDF-Dokument.

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