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€uro-Roundtable: „An Aktien wird niemand vorbeikommen“


17.11.2017 10:12 Uhr

München, BMW-Welt, der 9. €uro-Roundtable für Private-Wealth-Manager und Vermögensverwalter. Top-Experten referieren und diskutieren vor rund 75 geladenen Gästen zu aktuellen Kapitalmarktthemen.

„Börse ist nicht Kirche“, sagt Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse der Baader Bank, in seinem Eröffnungsvortrag: „Die US-Anleger haben dies längst erkannt“. Nur in Deutschland finde er Investoren, die aktuell in den USA kein Kapital investierten, weil Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten ist. Dies könne fatale Auswirkungen haben: Die US-Notenbank werde ihre seit 2006 anhaltende vorsichtige Geldpolitik in den kommenden Jahren sicher nicht abrupt ändern. „Aus dieser Nummer kommt sie nicht heraus“. Man müsse sich keine Sorgen machen, dass das Wachstum in den USA – angesehen von den üblichen Dämpfern – für immer vorbei sein werde. 

Auch in Europa sehe er keine schnellen Zinsanstiege: „Ich erwarte in den kommenden Jahren nur leichte Steigerungen“. Ergo seien auch keine größeren Währungsschwankungen zu erwarten. „Vor massiv ansteigenden Rohstoffpreisen oder Inflation in Europa habe ich auch keine Sorgen“.  Halvers Credo: „An Aktien wird auch in den kommenden Jahren niemand vorbeikommen“. Zwar seien Dividendenpapiere, etwa in den USA, vergleichsweise teuer: „So lange der Zinsschock nicht kommt, bleiben gute Aktien weiter erste Wahl.“ Der Tag der Ernüchterung liege noch einige Jahre in der Zukunft – „und auch dann ist Sachkapital die bessere Wahl“. 

Vor einem Kurswechsel an den internationalen Märkten

„Welcher Kurswechsel eigentlich?“, frägt Daniel Lösche, Investmentstratege bei Schroders in Frankfurt, als Diskussionsleiter Dr. Martin Hüfner sein Leitthema beim €uro-Roundtable anbietet: Die Teilnehmer der Runde: Martyn Hole (Capital Group), Markus Alefelder (La Financière de L’Échiquier), Dr. Wolfgang Bauer (M&G), Daniel Lösche (Schroders) und Dr. Felix Hüfner (UBS).

Aber, so Lösche, ein starker Zinsanstieg, etwa auf drei Prozent in den USA, könne das Bild ebenso eintrüben, wie Probleme im Finanzsystem in China: „2018 wird sich das große Bild nicht ändern“, meint auch Felix Hüfner, Chefvolkswirt bei UBS Deutschland, „doch das Wachstum muss und wird dann auch aus Europa kommen“ „Unser Basis-Case ist, dass sich die Inflation im kommenden Jahr kein großes Thema werden wird“, meint Martyn Hole, Investmentdirektor der Capital Group. „Uns ist um die Aktienmärkte nicht bange“, sagt Markus Alefelder, Co-Country-Manager bei La Financiére de L’Échiquier, „gerade im europäischen Small- und Mid-Cap-Segment“. „Wir rechnen mit 2-3 Zinsschritten in den kommenden Jahren für die USA“, so Wolfgang Bauer, Fondsmanager bei M&G in London. 

Europa als vielversprechender Markt im kommenden Jahr

„Wir erwarten den ersten Zinsschritt in Europa für Mitte 2019“, so UBS-Experte Hüfner. Schroders-Stratege Lösche merkt an, dass sein Haus in der Amtszeit Mario Draghis keine Zinserhöhungen erwarte. Diese endet im Oktober 2019. Dennoch sei der Inflationsschutz via inflationsindexierte Anleihen aktuell günstig. Man könne durchaus überlegen, diese jetzt zu kaufen, so lange die Preise für diese Art der Versicherung günstig seien. „Aber am ehesten in den Emerging-Markets“, merkt Capital-Group-Mann Hole an. Nur dort winkten Renditen jenseits der Nulllinie – in der Regel zwischen drei und fünf Prozent. „Viele Investoren wollen die Rentenmärkte nicht meiden. Hier sind flexible Produkte an den Anleihenmärkten besonders gefragt“, findet M&G-Manager Bauer.  

„Europa ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben, da ist in den kommenden Jahren durchaus noch Potenzial vorhanden“, analysiert Schroders-Experte Lösche. „Und Frankreich kann eine Aktienstory in den kommenden Jahren werden“, pflichtet LFDE-Manager Alefelder bei. Mit  Zustimmung von UBS-Chefvolkswirt Hüfner: „Dies kann durchaus für die kommenden Jahre gelten.“ Die Gewinne der europäischen Unternehmen seien gut, besser als in den USA“, so Capital-Group-Direktor Hole. „Dies ist ein Fakt zumindest für die kommenden 12 Monate“. Dabei stünden Finanzwerte für die Capital Group ebenso im Fokus, wie z.B. Tabakwerte, die nach wie vor mit guten Dividendenrenditen glänzten. 

(DIF)







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