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FRWeekly-Briefing: DAX und Gold mit Potential


18.09.2017 10:27 Uhr

Der Hexensabbat ist am deutschen Leitindex relativ spurlos vorüber gegangen. Der DAX schloss am Freitag marginal im Minus ohne seinen Aufwärtstrend zu ändern.

In der vergangenen Woche zeigte sich der DAX deutlich erholt - es ist ihm gelungen aus dem Sommerloch zu klettern. Wie stabil dieser Trend ist, darüber zeigen sich die Experten uneins.

Für die Experten der Deutschen Bank könnte damit der Auftakt für einen heißen Herbst gegeben sein „Für den DAX gilt es nun, die positiven Tendenzen aus der Vorwoche in neue Impulse für einen Angriff auf den Widerstandsbereich bei 12.600/12.650 umzusetzen (wonach es vorbörslich bereits aussieht)“. Gelänge der Ausbruch über diese charttechnische Schlüsselstelle, dürften frische Kaufsignale aktiviert werden, die den Kursen Auftrieb bis zur nächsten markanten Bremszone bei 12.730 verleihen sollten, so die Deutsche Bank am Montag.

Andreas Büchler, Partner der Quarat Forschungsgesellschaft, sieht diesen Trend nicht stabil. Er geht für die Woche von fallenden Kursen aus. Zwar habe der Index den Abwärtstrend durchbrechen können. Allerdings sei bereits eine leichte Überhitzung des Marktes festzustellen: Der DAX verlaufe fast drei Prozent oberhalb seines Monatsdurchschnittspreises. Laut Büchler ein deutliches Signal für eine Konsolidierung. 

Commerzbank-Analyst Bernd Weidensteiner meint, dass der für Mittwoch erwartete Richtungsentscheid von US-Notenbankchefin Yellen die weitere Kursentwicklung an den Börsen beeinflussen wird. Gegenüber NTV warnte der Analyst, Investoren, die nicht mit einer Zinsanhebung rechneten, könnten auf dem falschen Fuß erwischt werden. 

Weiche Janet Yellen am Mittwoch tatsächlich von der bisherigen Route von drei geplanten Zinserhöhungsschritten in diesem und dem kommenden Jahr ab, dürfte das den Bären in die Karten spielen, prognostiziert die Deutsche Bank: „Im DAX würde damit die erste Unterstützung bei 12.500/12.475 in den Fokus rücken; rutscht der Index unter diesen Halt, stellen sich die nächsten Kursziele sofort auf die wichtigen Chartmarken bei 12.400/12.391 bzw. 12.320/12.300 Punkte“.Claudia Windt, Börsenexpertin der Helaba, geht davon allerdings nicht aus. Mit Zinsschritten sei kaum mehr zu rechnen. Selbst die jüngsten Inflationszahlen hätten nicht zu einem Meinungsumschwung der Fed geführt. 

Gold geht ab
Gold verliert am Montag erneut an Wert. Seit dem Höchststand am siebten September rutscht der Goldkurs trotz wiederkehrender politischer Irritationen - wie dem Bombenattentat in London oder dem erneuten Raketenstart in Nordkorea. Am Freitag notierte der Preis bei 1315 USD pro Feinunze Gold. Wieland Staudt, Chef von Staud Research, sieht einen neuen Rallye-Startpunkt. Die Luft nach unten sei raus, viele Investoren entwickelten wieder Phantasie nach oben. 

Auch Heinrich Peters, Rohstoff-Experte der Helaba, sieht Potenzial nach oben. Die Zurückhaltung institutioneller Anleger lasse bei Gold nach. Angesichts des aktuellen Makroumfelds, zahmer Notenbanken und einer überschaubaren US-Wirtschaftspolitik dürfte das gelbe Metall seiner Ansicht nach freie Bahn bekommen. 

(DW)

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