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20.08.2018 11:04 Uhr

Die Aussichten für den europäischen Aktienmarkt bleiben gedrückt, Anleihen bieten kurzfristig Aufwärtspotential. Euro auf Rekordtief-Stand.

In der vergangenen Handelswoche hat der Deutsche Aktienindex DAX erneut einen Verlust von gut 1,7% hinnehmen müssen. Er notierte am Freitagabend bei 12.207 Punkten.

Aktien-Aussichten bleiben kritisch

Nach Einschätzung der Börsenexperten der Deutschen Bank, müssen sich Anleger auch in dieser Woche auf raue See einstellen. Sollte der Index „per Tagesschluss unter die Haltelinie des Juni-Korrektur-Tiefs bei 12.104 Zählern abrutschen, müsste mit einem Test der runden 12.000er-Barriere gerechnet werden“, so die Analysten des Instituts.

Auch Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank, sieht in Europa Wolken am Horizont aufziehen. „Die europäischen Unternehmen leiden unter der anziehenden Zahl der Krisenherde“, so Bielmeier Es sei „sehr unwahrscheinlich, dass sich in Anbetracht der derzeitigen Gemengelage ein baldiger Stimmungsumschwung ergeben wird“, so der Volkswirt weiter. Die Bank gehe daher davon aus, dass die Stimmung an den Märkten bis zum Jahresende gedrückt bleiben werde.

Anleihen nur kurzfristig stark

Von der Krise in der Türkei profitieren nach Ansicht der Commerzbank Rentenpapiere – allerdings nur kurzfristig.„Die Unterstützung erstklassiger Staatsanleihen durch die Türkei-Krise könnte noch andauern. Trotzdem rechnen wir nicht nachhaltig mit Renditen 10-jähriger Bundesanleihen unter 0,30%“, so Chris-Oliver Schickentanz Chef-Anlagestratege der Commerzbank.

Devisen: Euro-Dollar-Kurs auf Jahrestief

Im Zuge der Währungswirren um die türkische Lira rückte der US-Dollar als sicherer Rückzugs-Hort in den Anlegerfokus. Kurzfristig stieg die US-Währung auf 1,13 Euro: „Dank der Safe-Haven-Kapitalflüsse und des konjunkturellen und geldpolitischen Rückenwinds ist das Umfeld für den US-Dollar derzeit besonders günstig“, wertet Christian Apelt, CFA der Hessischen Landesbank. Leider könne es aus Dollar-Sicht fast nur noch schlechter werden. Spätestens 2019 erwartet der Experte daher eine Korrektur zu Gunsten des Euro.

Griechenland zurück an den Kapitalmärkten

Für Griechenland beginnt mit dem heutigen Montag der Schritt zurück in die Normalität. Das Land verlässt den Rettungsschirm der Europäischen Union. In den letzten drei Jahren hatten die Griechen knapp 62 Milliarden Euro aus den EU-Töpfen erhalten. Künftig muss es sich selbst an den Finanzmärkten mit Kapital versorgen. Nach Angaben des Finanzministeriums verfügen der griechische Staat über ausreichend Mittel um seinen Schuldendienst über die nächsten Jahre sicher bedienen zu können. Bei den Ratingagenturen kommt der kriselnde Staat dennoch nicht über Ramsch-Status hinaus. Fitch bewertet die griechische Bonität mit BB-, Standard & Poor‘s mit B+, Moody’s mit B3.

Fed-Treffen beginnt am Donnerstag

Von Donnerstag bis Samstag treffen sich in Jackson Hole die US-amerikanischen Notenbanker. Der Titel des Treffens lautet „Changing Market Structure and Implications for Monetary Policy“. Christiane von Berg, Economist USA/Fed der Bayern LB,  erwartet sich insbesondere von dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der Juli-Sitzung, Klarheit darüber, wie die Fed die Handelsstreitigkeiten der USA und China sowie die aufziehende Krise der Emerging-Markets-Währungen bewertet, und ob sie weiterhin an den angekündigten Zinsschritten festhalten will. Zuletzt, so von Berg, hätten sich sowohl Donald Trump als auch die Fed-Vertreter Barkin und Evans eher an aktuellen Marktbewegungen orientiert.

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