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FR-Weekly: Exporte brummen, Ölpreis gibt nach und Zinsentscheidung ist in Sicht


11.12.2017 10:42 Uhr

Das Wichtigste aus der Wirtschaft für die Börsenwoche: Die Ausfuhren der deutschen Wirtschaft stehen auf Rekordniveau, der Ölpreis sinkt auf 63 US$, die Fed wird am Donnerstag die Zinsen anheben und China will als Marktwirtschaft anerkannt werden.

Exportwirtschaft brummt

 Die Ausfuhren der deutschen Wirtschaft wuchsen bis Ende Oktober um 6,3 Prozent ggü. Vorjahr – neuer Rekord. Waren und Dienstleistungen im Wert von 1,06 Billionen Euro verließen das Land, erklärt das Statistische Bundesamt. In den Jahren zuvor überschritten die Ausfuhren erst im November die Billionengrenze, in 2011 erreichte das Exportvolumen überhaupt zum ersten Mal diese Marke. Der Exportüberschuss lag Ende Oktober bei 200 Mrd. Euro. 

Wichtigster Kunde Deutschlands sind mit 107 Mrd. Euro Exportvolumen (2016) nach wie vor die USA; hier könnte sich die US-Steuerreform zukünftig negativ auf den Handel auswirken: Die geplante Border Adjustment Tax  würde wie ein Importzoll auf Vorleistungen aus dem Ausland wirken.

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Ölpreis gibt leicht nach

Am Montagmorgen kostet das Barrel Brent 63,25 US$ – 15 Cent weniger als am Freitag. WTI fällt um 16 Cent auf 57,20 US$. Für Druck auf die Preise sorgt eine Meldung, wonach die Zahl der aktiven Ölfelder in den USA erneut gestiegen ist. In den Vereinigten Staaten werden pro Tag rund 10 Millionen Barrel Rohöl gefördert, das entspricht rund zehn Prozent der weltweiten Produktion


Chart: Ölpreis

WTI in US$/b, Quelle: Lang & Schwarz

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Zinsentscheidung in Sicht

Anleger sollten die drei großen Zentralbanken in dieser Woche im Auge behalten: Die US-Notenbank Fed, die EZB sowie die Bank of England werden über die Zinspolitik beraten. Am Mittwoch trifft sich das Board der Federal Reserve; erwartet wird eine Anhebung der Leitzinsen in den USA um 25 Basispunkte auf 1,25 bis 1,5 Prozent. Dies wird wohl die letzte Entscheidung unter der amtierenden Fed-Chefin Janet Yellen; ab Februar übernimmt Jerome Powell das Ruder.

Am Donnerstag beraten die Bank of England und die EZB über die Geldpolitik. Allerdings erwarten Marktteilnehmer keine Änderung der Schlüsselsätze. In der vorherigen Sitzung hat die EZB bereits die Drosselung der Anleihekäufe angekündigt.

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Neuer BER-Eröffnungstermin geplant

Freunde des feinsinnigen Humors freuen sich auf Freitag, dann soll ein neuer Termin für die Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER veröffentlicht werden. Jüngste Prognose: Frühjahr 2021.  Die Kosten für den Bau werden bislang auf 5,4 Milliarden Euro geschätzt, ursprünglich geplant waren einmal zwei Milliarden Euro. Damals ging man aber noch von einer Eröffnung im Jahr 2011 aus …

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WTO: China will als Marktwirtschaft anerkannt werden

In Buenos Aires treffen derzeit sich Abgesandte aus 164 Staaten, um über den Abbau von Hemmnissen im Welthandel, neue Regeln für Fischerei-Subventionen und die Regulierung des e-Commerce zu diskutieren. Im Vorfeld der Tagung kam es bereits zu Eklat, als Gastgeber Argentinien vorgeblich aus Sicherheitsgründen zahlreiche NGOs ausgeschlossen hatte. Im Fokus steht China, das nach der Anerkennung als Marktwirtschaft strebt – ein Status, der es seinen Handelspartner deutlich schwerer machen würde,  Antidumpingzölle zu verhängen. Die haben Chinas Exportwirtschaft in der Vergangenheit bereits mehrere Milliarden Dollar gekostet. In der Kritik stehen die chinesische  Subventionspolitik, die zu Überkapazitäten in der Aluminium- und Stahlproduktion führt, sowie der Schutz des geistigen Eigentums im Reich der Mitte.

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Bitcoin lässt CBOE-Server abstürzen

Die Website der Chicagoer Terminbörse CBOE stürzte pünktlich zur Eröffnung des Handels mit Terminkontrakten auf die künstliche Währung Bitcoin am Sonntag ab. Gleichzeitig stieg der Preis für ein Bitcoin auf  15.732 US$ – mit steigender Tendenz. Aktuell wurden bereits 2.660 Futures mit dem Ticker-Symbol XBT abgesetzt. Nach wie vor ist der praktische Nutzen von Bitcoin für den einzelnen nicht wirklich gegeben, die Liste der Händler, die das Kryptogeld akzeptieren, ist noch recht überschaubar. Trotzdem haben Anleger bisher fast eine halbe Billion US$ in Kryptowährungen investiert, Bitcoin allein hat derzeit eine Marktkapitalisierung von 279 Mrd. US$.

(TG)

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