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Wissend der Altersarmut entgegen


21.02.2018 14:19 Uhr

Die Wenigsten glauben, von Altersarmut verschont zu bleiben. Obwohl die eigene Altersvorsorge oft schwierig ist, setzt kaum jemand auf staatliche Unterstützung oder rentable Geldanlagen.

Die Ergebnisse der Bertelsmann Studie zur Altersarmut der Deutschen 2017 brachte erschütternde Ergebnisse: bis zum Jahr 2035 soll sich die Quote der Rentner, die in Armut leben müssen, um gut 25 % erhöhen. Ein ganzes Fünftel der Ruheständler werde nicht von der angesparten Altersvorsorge leben können. Besonders Geringqualifizierte, alleinstehende Frauen oder Menschen mit  Migrationshintergrund werde die Entwicklung treffen, hieß es in dem Bericht.

Die Mehrheit der Deutschen ist sich des Risikos bewusst. Vorsorgen kann allerdings nur eine Minderheit adäquat. Ein großes Problem ist die konservative Haltung bei den Rücklagen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Versicherers Ergo. 

Das Problembewusstsein ist vorhanden

So gaben im Schnitt nur 18 % der Befragten an, sie freuten sich auf finanzielle Freiheit, die der Ruhestand mit sich bringt. Noch deutlicher waren die Ergebnisse, als die Forscher direkt nach der Erwartung der künftigen finanziellen Situation fragten. Sieben von zehn Studien-teilnehmern gehen davon aus, dass das Rentenniveau sinken wird. Entsprechend fallen die Erwartungen an die eigene finanzielle Situation aus: Nur sechs Prozent gaben an, ihnen würde es im Ruhestand finanziell besser gehen. Deutlich mehr als die Hälfte (56 %) gab an, sie würden sich einschränken müssen. Die übrigen 38 % erwarten keine Veränderungen.

Den überwiegend negativen Aussichten stehen viele Befragte hilflos oder gleichgültig gegenüber. Rund 20 % beschäftigen sich nicht mit ihrer eigenen Altersvorsorge. Knapp vier von zehn gaben an, sie würden gerne mehr vorsorgen, könnten es sich aber nicht leisten. Gut ein Drittel meint dagegen, ausreichend für das Alter vorgesorgt zu haben. 
Immerhin jeder Fünfte legt nichts für sein Alter zurück. Besonders hoch ist die Zahl bei den unter 30-jährigen (26 %) sowie bei den über 50-jährigen (28 %). Bis zu 100 Euro legen knapp 40 % der Deutschen zurück. 100 bis 200 Euro sowie mehr als 250 Euro legen jeweils gut ein Fünftel der Deutschen fürs Alter beiseite. 

Mehr als die Hälfte der Befragten glaubt, dass der Staat in die Altersvorsorge eingreifen wird. Auf die Frage, ob in 10 Jahren eine private Altersvorsorge Pflicht sein werde, antworteten 53 % mit Zustimmung, nur 28 % meinen, dass dies nicht der eintreten wird.

Eine solche Intervention befürwortet nur eine Minderheit. Fast zwei Drittel finden, der Staat solle sich aus der privaten Altersvorsorge heraushalten. Nur ein Viertel stimmte einem staatlichen Eingriff zu.

Safety first

In der Geldanlage setzen die Deutschen nach wie vor auf Sicherheit. „Sehr hohe Erträge“ wünschen sich weniger als 5 %. Geringe Wertschwankungen dagegen 58 %.
Hoch im Kurs ist immer noch das Sparbuch. Im Schnitt etwas mehr als jeder Dritte legt sein Geld auf diese renditearme Weise an. Ähnlich hoch (36 %) ist die Quote derjenigen, die auf einen Bausparvertrag setzen. Über eine private Renten- oder Lebensversicherung verfügen vier von zehn Befragten. Hochrentable Anlagen wie Aktien, Anleihen oder Fonds halten nur 25 % obwohl gut 40 % angaben, dass sich damit das meiste Geld erwirtschaften ließe. 

Bei privater Altersvorsorge setzen die Deutschen auf Immobilien und Aktien

Quelle: Ergo

Die Sparbeträge fließen vor allem in Fonds (25 %). Immobilien bzw. Wohneigentum steht auf Platz Zwei mit 21 %. Staatlich geförderte Modelle wie die Riester-Rente (6 %) oder die Rürup-Rente (1 %) werden kaum nachgefragt.

Unwissen ist noch immer ein großer Faktor bei der Geldanlage. So konnte keine Gruppe der Studienteilnehmer die Wertsteigerung des DAX innerhalb der letzten zehn Jahre korrekt einschätzen (+ 60 %). Männer schätzten den Aktienertrag gut 40 % zu gering ein, Frauen lagen sogar 50 % daneben.

 

Die Studie mit Zahlen zur Altersarmut finden Sie hier.

(DW)

in Kooperation mit
€uro FundResearch

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